Geburtsvorbereitungskurs – deshalb unbedingt teilnehmen

Eine Schwangerschaft ist ein sehr emotionales und einschneidendes Erlebnis im Leben eines Paares. Und auch wenn die Freude noch so groß ist, so lassen sich doch eine gewisse Unsicherheit und Ängste nicht vermeiden. Diese sind besonders bei Erstgebärenden besonders groß, da diese noch vollkommen ahnungslos sind und überhaupt nicht wissen, was auf sie zukommt.

Eine Schwangerschaft ist unbestritten eine absolut wunderschöne Zeit, doch haben nicht wenige Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, große Angst vor der Geburt. Sie können die Schmerzen nicht einschätzen und lassen sich nur allzu gerne von den Horrorgeschichten anderer Mütter stark verunsichern. Doch auch die erste Zeit nach der Geburt sorgt für Unsicherheiten und Ängste.

Die Abläufe einer Geburt, der Arbeit des Kreißsaalteams danach, all dies ist völliges Neuland für Erstgebärende. Genau für all diese Ängste und Sorgen ist ein Geburtsvorbereitungskurs gedacht. So soll hier den Schwangeren zum einen die Angst vor dem Unbekannten genommen werden, zum anderen sollen Frauen im Laufe von einem Geburtsvorbereitungskurs auf die Geburt vorbereitet werden indem sie mit allen wichtigen Abläufen vertraut gemacht werden.

So kommen denn Schwangere in der Regel auch erst um den sechsten Schwangerschaftsmonat zum ersten Mal in einen Geburtsvorbereitungskurs, wenn sie ihr noch ungeborenes Baby ganz bewusst wahrnehmen können. Dies ist insofern für einen Geburtsvorbereitungskurs von großer Bedeutung, da Frauen so eine ganz neue Verbindung zu ihrem Baby aufbauen können. Sie lernen zunächst einmal zu ertasten, wie ihr Baby liegt, sie lernen, die einzelnen Körperteile zu unterscheiden und auch, was genau das Baby bereits wahrnehmen kann.

Ab wann ist der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses sinnvoll?

 

Schwanger mit Partner
Auch ein Geburtsvorbereitungskurs mit Partner ist möglich

Im Grunde genommen sollte man nicht davon sprechen, wann der Kurs begonnen, sondern eher wann er beendet werden sollte. Vier bis sechs Wochen vor Entbindungstermin ist ein Abschluss sinnvoll. Denn dann beginnt langsam der Mutterschutz und die werdende Mama kann sich voll und ganz den letzten Schwangerschaftswochen widmen. Den Kurs sehr viel früher zu beenden ist deshalb wenig sinnvoll, weil das Gelernte und Besprochene noch möglichst frisch sein sollte. Wann ein Kurs begonnen werden soll, hängt also von der Dauer ab. Ein klassischer achtwöchiger Kurs sollte um die 28. SSW gestartet werden. Für ein Wochenendseminar ist es auch in Woche 35 noch nicht zu spät.

Wo meldet man sich zum Geburtsvorbereitungskurs an?

Wo und wann solche Kurse stattfinden kann man auf verschiedenen Wegen erfragen. Ein Anruf bei der Krankenkasse oder auch ein Gespräch mit dem Frauenarzt kann Aufschluss bringen. Wenn Sie sich schon für eine Geburtsklinik entschieden haben, können Sie auch hier einen Kurs besuchen. Schlecht ist das nicht, denn so lernen Sie schon einmal die ein oder andere Hebamme kennen.

Auch in Geburtshäusern können sich werdende Eltern auf die Geburt und die erste Zeit danach vorbereiten lassen. Auch, wenn Ihre Schwangerschaft noch in der ersten Hälfte ist, informieren Sie sich rechtzeitig über Kurse. Besonders in ländlichen Gebieten werden häufig nur noch wenige angeboten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, sind die Kurse schnell voll. Mehr als Zwölf Schwangere nehmen in der Regel nicht teil.

Wenn die Räumlichkeiten es nicht hergeben können es auch weniger sein. Zu früh kann sich keiner anmelden, es wäre nur schade, wenn es am Ende zu spät wäre. Die Kosten werden übrigens von der Krankenkasse übernommen. Die meisten Kassen zahlen auch die Partnerabende für die werdenden Väter – dies müsste im Einzelfalls allerdings erfragt werden.

Im Laufe eines Geburtsvorbereitungskurses lernen Schwangere auch, wie genau sich ihr Baby auf die Geburt vorbereitet, wie es seinen Weg in die Welt findet und wie die Schwangere ihr Baby auf diesem Weg am optimalsten begleiten kann. Der nächste Schritt besteht dann darin, Atemübungen zu vermitteln, die dazu dienen soll, die Schwangere und auch ihr Baby entspannen zu lassen. Die Frauen bekommen ein Gefühl für ihr Ungeborenes und lernen, ihrem, ihnen von der Natur gegeben, Instinkt zu vertrauen. Auch die verschiedenen Phasen einer Entbindung werden in einem Geburtsvorbereitungskurs erläutert.

Die Schwangeren erfahren, wie sich in den verschiedenen Phasen der Geburt Linderung verschaffen können, welche schmerzstillenden Medikamente ihnen zur Verfügung stehen und wann diese sinnvoll anzuwenden sind. Die Möglichkeiten der Wassergeburt mit all ihren Vor – und Nachteilen werden bis ins kleinste Detail dargelegt.

Natürlich haben die Frauen jederzeit die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen, ihre Wünsche und Ängste vorzubringen. Am Ende von einem jeden Geburtsvorbereitungskurs steht natürlich die Besichtigung des Kreißsaals mit all seinen Gerätschaften und Hilfsmitteln. Auch die Notfallmaßnahmen werden hier erläutert.

Der Geburtsvorbereitungskurs wird von einer oder mehreren erfahrenen Hebammen geleitet. Der Start ist meist um den sechsten Schwangerschaftsmonat herum und die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs übernimmt die Krankenkasse. Je nach dem Angebot, das der Geburtsvorbereitungskurs sind einige Stunden Schwangerenschwimmen im Kurspaket enthalten oder kann gegen einen geringen Aufpreis angenommen werden.

Optimaler weise begleitet der werdende Vater die Schwangere zum Geburtsvorbereitungskurs, ist dies nicht möglich, springen hier die Hebammen gerne ein. Ein Geburtsvorbereitungskurs ist jedoch nicht nur für Erstgebärende unbedingt ratsam, auch erfahrene Schwangere finden hie Entspannung.

Die Kurse können sehr unterschiedlich ablaufen

Als Hechelkurs ist ein Geburtsvorbereitungskurs besonders oft bei werdenden Vätern verschrien. Doch letztlich verbirgt sich hinter dieser Aussage nur die Tatsache, dass in einem Geburtsvorbereitungskurs über Atemtechniken gesprochen wird. Diese sind für die Wehenveratmung unter der Geburt sehr hilfreich. Doch niemand muss Angst haben, dass er eigenartige Geräusche von sich geben muss. Vielmehr wird der Rhythmus der richtigen Atmung geübt.

Ganz nebenbei können diese Übungen auch einfach zur Entspannung eingesetzt werden. Grundsätzlich muss man zwischen zwei Arten von Kursen unterscheiden. Ein Wochenendkurs findet in der Regel komplett mit Partner statt. Hier wird erklärt, wie das Baby den Weg durch den Geburtskanal findet, das Atmen wird gezeigt und auch schmerzlindernde Maßnahmen werden besprochen.

Darüber hinaus geht es um Informationen, woran man echte Wehen erkennen kann und wann ein Gang ins Geburtshaus oder in die Klinik auf jeden Fall angebracht ist. Auch das richtige Verhalten bei einem Blasensprung wird simuliert. Darüber hinaus können natürlich alle Beteiligten Fragen und Ängste äußern. Findet der Kurs in der Klinik oder einem Geburtshaus statt, können häufig auch die Kreißsäle besichtigt werden. Hier gibt es dann Informationen über verschiedene Gebärpositionen, eine Wassergeburt und Ähnliches.

Ein Kurs, der über mehrere Wochen stattfindet umfasst in der Regel wenigstens einen Partnerabend. Dieser ist dann, wenn es konkret um den Ablauf der Geburt geht. An den anderen Abenden sind die Schwangeren auch durchaus unter sich. Hier geht es um Schwangerschaftsbeschwerden, Entspannungsübungen und Ähnliches. In der letzten Woche, häufig auch wieder mit Partner, wird die Zeit nach der Geburt beleuchtet. Denn das sogenannte Wochenbett stellt viele vor ungeahnte Herausforderungen.

Wie sinnvoll ist ein Geburtsvorbereitungskurs wirklich?

Für diejenigen, die das erste Kind erwarten ist ein Kurs – in welcher Form auch immer – auf jeden Fall zu empfehlen. Ängste und Sorgen können hier besprochen werden. Außerdem trifft man Gleichgesinnte, was auch nach der Geburt noch sehr hilfreich sein kann. Wer bereits Kinder hat, der sollte auf einen Kurs trotzdem nicht verzichten. Denn jede Schwangerschaft verläuft anders.

Außerdem kann sich die Mutter an den Kursabenden einmal ganz dem Ungeborenen widmen. Im Alltag mit noch anderen Kindern steht die Schwangerschaft schließlich oft nicht mehr so im Vordergrund